Selbstzweifel überwinden: 11 Wege zu echtem Selbstvertrauen
Von Florian Lindner · Zuletzt aktualisiert: 1. Oktober 2026
Wenn du ständig an dir zweifelst, ist das kein Charakterfehler, sondern ein antrainiertes Denkmuster. Selbstzweifel entstehen aus alten Erfahrungen und wiederholten inneren Sätzen. Deshalb kannst du sie auch verändern. Der Schlüssel liegt nicht in mehr Leistung, sondern in einem neuen Selbstbild, das du täglich in kleinen Schritten trainierst.
Warum Selbstzweifel so hartnäckig sind
Selbstzweifel sind hartnäckig, weil sie kein Stimmungstief sind, sondern ein über Jahre trainiertes Denkmuster. Dein Gehirn stellt dich nicht infrage, weil etwas mit dir nicht stimmt, sondern weil es genau das unzählige Male geübt hat.
Du kennst das vermutlich. Nach außen läuft es: Job, Verantwortung, Menschen verlassen sich auf dich. Und innen läuft ein Dauerverhör. Habe ich das gut genug gemacht? Warum hat sie so geguckt? Wer bin ich eigentlich, das zu entscheiden?
Dieses Missverhältnis ist zermürbend. Und es verschwindet nicht, indem du noch mehr leistest. Warum, zeigen drei Mechanismen.
Dein Gehirn wiederholt, was es kennt, nicht, was stimmt
Gedanken, die du oft denkst, werden zu Autobahnen. Neuronal gilt: Was häufig zusammen feuert, verdrahtet sich. Wenn du seit 20 Jahren „Das reicht nicht“ denkst, ist dieser Satz kein Urteil mehr, sondern ein Reflex. Er kommt schneller, als du prüfen kannst, ob er wahr ist.
Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Ein Reflex ist gelernt. Und Gelerntes lässt sich umlernen, mit denselben Mitteln, mit denen es entstand. Wiederholung, Emotion, Regelmäßigkeit.
Zweifel fühlen sich wie Schutz an
Ein Teil von dir hält die Zweifel für nützlich. Wer sich nichts zutraut, wird nicht enttäuscht. Wer sich klein macht, kann nicht fallen. Selbstzweifel sind oft eine alte Versicherung gegen Scham, abgeschlossen in einer Zeit, in der du sie vielleicht wirklich brauchtest.
Heute zahlst du Beiträge für einen Schutz, der dich mehr kostet als jedes Risiko. Verpasste Chancen, verschluckte Meinungen, halbe Entscheidungen.
Jeder Zweifel bestätigt sich selbst
Dein Selbstbild arbeitet wie ein Filter. Es lässt bevorzugt Informationen durch, die zu ihm passen. Psychologen nennen das Bestätigungsfehler: Zehn Dinge gelingen, eines misslingt, und dein Kopf archiviert das eine. Die zehn anderen? „Glück gehabt.“
So füttert sich das Muster selbst. Nicht weil die Beweise gegen dich sprechen, sondern weil der Filter die Beweise für dich aussortiert.
Woran du merkst, dass Selbstzweifel dein Leben steuern
Selbstzweifel steuern dein Leben, wenn sie nicht mehr situativ auftauchen, sondern deine Entscheidungen, deine Kommunikation und deinen Alltag prägen. Der Unterschied liegt nicht in der Lautstärke der Zweifel, sondern in ihrem Einfluss.
Typische Anzeichen:
- Du sagst in Meetings nichts, obwohl du die Antwort kennst.
- Du entschuldigst dich vorsorglich: für Mails, Fragen, deine Existenz im Raum.
- Du schiebst Entscheidungen auf, bis andere sie für dich treffen.
- Lob prallt ab, Kritik brennt sich ein und beschäftigt dich tagelang.
- Du fühlst dich erst sicher, wenn alle zufrieden wirken.
Dazu kommt der Körper. Ständige Selbstbeobachtung ist Dauerstress: angespannte Schultern, flacher Schlaf, das Gedankenkarussell um 3 Uhr nachts. Wenn dich das mehr beschäftigt als die Zweifel selbst, findest du unter Stress abbauen konkrete Ansätze für die körperliche Ebene.
Drei oder mehr Punkte erkannt? Dann lohnt sich der Rest dieser Seite.
Was die Forschung zeigt
Die Forschung ist deutlich: Ein niedriger Selbstwert ist nicht nur Begleiterscheinung von Problemen, sondern oft deren Vorläufer. Und er ist veränderbar. Beides ist gut belegt.
Die Meta-Analyse von Sowislo & Orth (2013) wertete 77 Längsschnittstudien aus. Ergebnis: Niedriger Selbstwert sagt spätere depressive Symptome voraus (β = −.16), und zwar doppelt so stark wie umgekehrt (β = −.08). Übersetzt: Der Zweifel kommt meist zuerst, das Stimmungstief folgt. Wer am Selbstwert arbeitet, arbeitet an der Wurzel.
Zweitens: Selbstwert ist kein festes Merkmal. Die Langzeitforschung von Orth & Robins (2014) zeigt, dass der Selbstwert im Schnitt vom Jugendalter bis etwa zum Alter von 50 bis 60 Jahren wächst. Stabil, ja. Aber ausdrücklich nicht unveränderlich. Es gibt keinen biologischen Grund, warum ausgerechnet deine Zweifel für immer bleiben müssten.
Drittens: Der wirksamste Gegenspieler des inneren Kritikers ist messbar. Die Meta-Analyse von Zessin, Dickhäuser & Garbade (2015) über 79 Stichproben mit 16.416 Personen fand einen Zusammenhang von r = .47 zwischen Selbstmitgefühl und Wohlbefinden, für die Psychologie ein starker Effekt. Die Psychologin Kristin Neff (2003), die das Konzept wissenschaftlich begründet hat, fasst den Kern so zusammen: „Behandle dich selbst mit der Freundlichkeit, die du einem guten Freund schenkst.“
Wie Epiqone solche Befunde in seine Hypnosen übersetzt, liest du auf unserer Wissenschaftsseite.
Woher Selbstzweifel wirklich kommen: die 4 häufigsten Wurzeln
Selbstzweifel haben in den meisten Fällen vier Wurzeln: bedingte Anerkennung in der Kindheit, übernommene kritische Stimmen, ständige Vergleiche und einschneidende Bruch-Erfahrungen. Fast immer wirken mehrere zusammen.
Wurzel 1: Anerkennung nur gegen Leistung
Wenn Zuwendung in deiner Kindheit an Noten, Erfolge oder Bravsein geknüpft war, hat dein Nervensystem eine Gleichung gelernt: Ich bin nur dann etwas wert, wenn ich liefere. Als Erwachsener leistest du dann nicht aus Freude, sondern aus Angst vor dem Wertverlust. Das Tückische: Diese Gleichung fühlt sich nicht wie ein Glaubenssatz an. Sie fühlt sich wie Realität an.
Wurzel 2: Kritische Stimmen, die eingezogen sind
Der innere Kritiker hat selten deine Stimme. Meist ist es ein Echo: der Vater, der nie zufrieden war, die Lehrerin mit dem roten Stift, der erste Chef. Kinder können Kritik nicht als Meinung einordnen; sie speichern sie als Wahrheit über sich. Jahrzehnte später läuft die Aufnahme noch, nur dass du sie inzwischen für deine eigene Analyse hältst.
Wurzel 3: Der Dauervergleich
Vergleiche waren schon immer Gift für den Selbstwert. Neu ist die Dosis: Dein Feed zeigt dir täglich Hunderte Menschen in ihren besten Momenten, gegen die du deinen ungeschminkten Alltag stellst. Dieser Vergleich ist strukturell unfair. Und trotzdem zieht dein Gehirn daraus Schlüsse über deinen Wert.
Wurzel 4: Brüche, die das Selbstbild erschüttern
Manchmal kommen massive Selbstzweifel erst spät. Eine Trennung, eine Kündigung, ein gescheitertes Projekt, und plötzlich wackelt alles, worüber du dich definiert hast. Solche Brüche erzeugen nicht nur Schmerz über den Verlust, sondern die viel tiefere Frage: Wer bin ich ohne das?
Der Unterschied zwischen gesunder Selbstreflexion und zerstörerischem Zweifeln
Gesunde Selbstreflexion prüft dein Verhalten, zerstörerisches Zweifeln verurteilt deine Person. Das ist die entscheidende Trennlinie, und du kannst sie an jedem einzelnen Gedanken überprüfen.
Reflexion fragt: „Was habe ich in dem Meeting übersehen?“ Zweifel behauptet: „Ich bin einfach nicht gut genug für diesen Job.“ Der erste Satz ist konkret, zeitlich begrenzt und führt zu einer Handlung. Der zweite ist global, endlos und führt in die Lähmung.
Drei Prüffragen für den Alltag:
- Konkret oder global? Geht es um eine Situation oder um dein ganzes Wesen?
- Endet es? Reflexion kommt zu einem Schluss. Grübeln dreht sich im Kreis: dieselben drei Gedanken, zum vierzigsten Mal.
- Führt es zu einem nächsten Schritt? Wenn nach einer Stunde Nachdenken keine Handlung steht, war es kein Nachdenken. Es war Selbstbestrafung mit intellektuellem Anstrich.
Du musst also nicht aufhören, dich zu hinterfragen. Du musst aufhören, dich zu verurteilen. Das eine macht dich besser, das andere nur kleiner.
Selbstzweifel überwinden: Schritt für Schritt

Selbstzweifel überwindest du in einer klaren Reihenfolge: erst sichtbar machen, dann entkräften, dann ein neues Muster trainieren. Täglich, nicht nur im Notfall. Hier ist der Ablauf.
- Mach den Zweifel sichtbar. Notiere eine Woche lang jeden Zweifel-Satz wörtlich. Vielleicht stehen nach ein paar Tagen erstaunlich viele Varianten von „Das merken die, dass ich das nicht kann“ auf deinem Zettel. Erst auf dem Papier siehst du: Das ist kein Urteil. Das ist ein Tonband.
- Trenne Gedanke von Fakt. Nimm den häufigsten Satz und prüfe ihn wie ein Anwalt: Was spricht dafür, was dagegen? Auf der Dagegen-Seite stehen oft mehr Fakten als gedacht: eine Beförderung, ein Team, das bleibt, Projekte, die du gerettet hast. Viele Zweifel-Sätze halten so einer Beweisaufnahme nicht stand.
- Formuliere einen Gegen-Satz, den du glauben kannst. Nicht „Ich bin großartig“, das lehnt dein Gehirn als Fremdkörper ab. Sondern eine Brücke: „Ich lerne, meiner Arbeit zu vertrauen.“ Glaubwürdig schlägt euphorisch.
- Trainiere täglich, nicht bei Bedarf. Ein neuer Satz gegen 20 Jahre alte Autobahnen braucht Wiederholung im entspannten Zustand. Genau dafür eignet sich tägliche Selbsthypnose: Sie kann die innere Abwehr senken und neuen Selbstbildern helfen, tiefer zu greifen als reines Positivdenken.
- Setz einen Körperanker. Verbinde den neuen Zustand mit einer festen Geste, etwa Daumen auf Fingerknöchel plus ein tiefer Atemzug. Oft genug im ruhigen Zustand trainiert, kann die Geste zu einem Schalter werden, den du vor dem kritischen Meeting drückst.
- Baue Wenn-Dann-Pläne für die Schwachstellen. „Wenn ich im Meeting eine Idee habe und zögere, dann sage ich den ersten Satz innerhalb von zehn Sekunden.“ Solche Pläne verlagern die Entscheidung vom Zweifel-Moment in den klaren Moment davor.
- Sammle Beweise. Notiere jeden Abend eine Situation, die deinem alten Selbstbild widerspricht. Das ist kein Eso-Ritual, sondern gezieltes Gegenfüttern des Filters aus Kapitel eins. Damit die Routine hält, helfen dir die Prinzipien aus Gewohnheiten aufbauen.
Wichtig: Die Reihenfolge zählt. Wer bei Schritt 3 einsteigt, ohne Schritt 1 und 2, klebt Affirmationen auf ein ungeprüftes Fundament.
Selbstmitgefühl: der unterschätzte Hebel
Selbstmitgefühl ist kein Weichspüler, sondern einer der am besten belegten Wege aus dem Selbstzweifel-Kreislauf. Es ersetzt die Frage „Bin ich gut genug?“ durch eine bessere: „Was brauche ich jetzt, um weiterzumachen?“
Viele Leistungsstarke wehren sich an dieser Stelle. Klingt nach Ausrede, nach Anspruchssenkung. Die Daten sagen das Gegenteil: Menschen mit hohem Selbstmitgefühl geben nach Fehlern seltener auf und probieren eher einen neuen Anlauf. Der harte innere Ton macht nicht besser, nur ängstlicher.
Nach Neff besteht Selbstmitgefühl aus drei Teilen: Freundlichkeit mit dir selbst statt Selbstverurteilung, das Wissen, dass Scheitern zum Menschsein gehört, und ein nüchterner Blick auf schmerzhafte Gedanken, ohne in ihnen zu versinken. Alle drei kannst du üben.
Ein Einstieg für heute: Sprich mit dir nach dem nächsten Fehler exakt so, wie du mit deinem besten Freund sprechen würdest. Gleiche Worte, gleicher Ton. Der Unterschied zum gewohnten inneren Kommentar wird dir die Sprache verschlagen.
Selbstzweifel im Job: wenn Leistung das Loch nicht füllt
Im Beruf zeigen sich Selbstzweifel oft paradox: Je mehr du erreichst, desto lauter werden sie. Denn jeder Erfolg erhöht die Fallhöhe, und ein Selbstbild, das auf Leistung gebaut ist, steht auf Sand.
Das systematische Review von Bravata et al. (2020) mit 62 Studien und 14.161 Teilnehmenden fand Impostor-Gefühle in einzelnen Berufsgruppen bei bis zu 82 Prozent, besonders häufig bei objektiv Erfolgreichen. Das Hochstapler-Gefühl ist also kein Beleg für fehlende Kompetenz. Statistisch ist es fast ein Begleitsymptom von Kompetenz.
Typisch ist die Beförderungs-Falle: Der neue Titel kommt, und statt Stolz kommt Panik. „Jetzt fliegt auf, dass ich das alles nicht wirklich kann.“ Wer so denkt, arbeitet härter, delegiert weniger, brennt schneller aus und schreibt den ausbleibenden Zusammenbruch wieder dem Glück zu.
Der Ausweg führt nicht über die nächste Leistungsschippe, sondern über die Frage, was Arbeit dir jenseits der Bestätigung bedeutet. Mehr dazu unter Erfüllung im Beruf.
Dein 88-Tage-Fahrplan: vom Zweifler zum stabileren Selbstbild
Ein stabileres Selbstbild entsteht nicht durch Einsicht, sondern durch Training in Etappen. 88 Tage sind dafür ein realistischer Rahmen. Genau so lange läuft das Epiqone-Programm: 11 Hypnosen, alle 8 Tage eine neue, jede nur für dich geschrieben, für 11 Lebensbereiche, abends im Bett gehört. Die drei Etappen unten kannst du aber genauso mit den Übungen dieser Seite gehen.
Phase 1: Fundament
Du machst Bestandsaufnahme: Welche Sätze laufen in dir, woher stammen sie, in welchen Situationen übernehmen sie das Steuer? Parallel etablierst du eine Grundroutine, etwa eine feste Zeit am Abend für Selbsthypnose oder deine Hypnose, und einen ersten Körperanker. Noch keine großen Gefühle. Es geht ums Fundamentgießen.
Phase 2: Umbau
Jetzt ersetzt du die alten Sätze systematisch durch glaubwürdige Gegen-Sätze, Thema für Thema: Wert unabhängig von Leistung, Umgang mit Kritik, eigene Maßstäbe statt Vergleich. Die abendliche Hypnose vertieft, die Anker übertragen das Neue in reale Situationen, Wenn-Dann-Pläne sichern die kritischen Momente ab.
Phase 3: Stabilisierung
Das neue Selbstbild wird im Alltag getestet, und zwar bewusst. Du suchst die Situationen auf, die dich früher klein gemacht haben, und sammelst neue Referenzerfahrungen. Rückfälle sind hier Lehrmaterial, kein Scheitern.
Den kompletten Aufbau findest du im 88-Tage-Programm.
Wie lange dauert es wirklich?
Ehrliche Antwort: Erste Veränderungen spüren viele nach einigen Wochen, ein belastbar stabiles Selbstbild braucht eher Monate. Und niemand kann dir ein festes Datum versprechen. Wer anderes behauptet, verkauft dir etwas.
Drei Faktoren bestimmen dein Tempo. Erstens das Alter des Musters: Sätze aus der Kindheit sitzen tiefer als Zweifel nach einer Kündigung. Zweitens die Trainingsdichte: Zehn Minuten täglich schlagen zwei Stunden am Sonntag, weil dein Gehirn auf Wiederholungsfrequenz reagiert, nicht auf Sitzungsdauer. Drittens dein Umfeld: Wer täglich kleingeredet wird, trainiert gegen Widerstand.
Und ja: Die Zweifel kommen zwischendurch zurück. Unter Stress, bei Schlafmangel, in neuen Situationen greift das Gehirn auf alte Autobahnen zurück. Das ist kein Rückschritt, sondern Neurologie. Entscheidend ist nicht, ob der alte Gedanke noch auftaucht, sondern ob du ihm noch glaubst.
Wann Selbstzweifel ein Fall für professionelle Hilfe sind
Wenn Selbstzweifel mit anhaltend gedrückter Stimmung, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit über mehr als zwei Wochen einhergehen, ist Selbsttraining nicht mehr das richtige Werkzeug. Dann gehört das Thema in professionelle Hände.
Achte auf diese Signale: Du fühlst dich die meiste Zeit leer oder erschöpft. Dinge, die dir Freude gemacht haben, lassen dich kalt. Schlaf und Appetit sind aus dem Takt. Gedanken wie „Es hat ja alles keinen Sinn“ tauchen auf. Das kann auf eine Depression hindeuten, eine behandelbare Erkrankung, kein Willensproblem und erst recht kein persönliches Versagen.
Erste Anlaufstellen: deine Hausarztpraxis, eine psychotherapeutische Sprechstunde oder die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenlos, rund um die Uhr). Sich Hilfe zu holen ist übrigens das Gegenteil von Schwäche. Es ist die erste selbstbewusste Entscheidung auf dem Weg zurück.
Alles, was auf dieser Seite steht, gilt für belastende, aber nicht krankheitswertige Selbstzweifel. Es ersetzt keine Diagnostik und keine Therapie.
Die 3 häufigsten Fehler
Die meisten Menschen scheitern beim Umgang mit Selbstzweifeln nicht an fehlendem Willen, sondern an drei typischen Denkfehlern. Prüfe, welcher deiner ist.
Fehler 1: Du wartest auf Selbstvertrauen, bevor du handelst. „Wenn ich mich sicherer fühle, melde ich mich zu Wort.“ Die Reihenfolge ist verkehrt: Sicherheit ist das Ergebnis von Handlung, nicht ihre Voraussetzung. Jede Referenzerfahrung entsteht durch einen Schritt, der sich vorher unsicher anfühlte.
Fehler 2: Du bekämpfst Zweifel mit noch mehr Leistung. Das nächste Zertifikat, die nächste Extrameile, und drei Tage später ist das Loch wieder da. Logisch: Wenn die Kernüberzeugung „Ich genüge nicht“ heißt, wird jede Leistung als Ausnahme verbucht, nicht als Beweis. Du kannst ein Selbstbild nicht überarbeiten, indem du es überholst.
Fehler 3: Du übst nur, wenn es brennt. Kurz vor der Präsentation schnell drei Affirmationen. Das ist, als würdest du am Wettkampftag mit dem Training beginnen. Neue Muster entstehen in den unspektakulären Momenten dazwischen. Täglich, klein, langweilig zuverlässig.
Vertiefe jedes Teilthema
Selbstzweifel haben viele Gesichter. Hier findest du zu jedem Teilthema die passende Vertiefung mit konkreten Übungen und Strategien.
- Selbstwertgefühl stärken Übungen: 9 alltagstaugliche Übungen, mit denen du deinen Selbstwert gezielt trainierst statt nur darüber zu lesen.
- „Ich bin nicht gut genug“: woher dieser eine Satz kommt und wie du den Glaubenssatz an der Wurzel bearbeitest.
- Innerer Kritiker: wie du die kritische Stimme in dir erkennst, entmachtest und in einen brauchbaren Berater verwandelst.
- Aufhören sich zu vergleichen: warum der Vergleich mit anderen dich immer verlieren lässt und was du stattdessen misst.
- Impostor-Syndrom überwinden: was gegen das Gefühl hilft, deine Erfolge nicht verdient zu haben.
- Selbstablehnung: was du tun kannst, wenn du dich nicht nur anzweifelst, sondern grundsätzlich gegen dich bist.
- Selbstwert nach Trennung: wie du dein Selbstbild wieder aufbaust, wenn eine Beziehung es mitgenommen hat.
- Komplimente annehmen lernen: warum Lob an dir abprallt und wie du Anerkennung wirklich ankommen lässt.
Wie Epiqone Selbstzweifel systematisch angeht
Epiqone behandelt Selbstzweifel nicht als Motivationsproblem, sondern als Identitätsfrage: Im Mittelpunkt steht nicht nur dein Verhalten, sondern das Selbstbild, aus dem dein Verhalten entsteht. Die Hypnosen arbeiten im entspannten Zustand mit neuen inneren Sätzen und mit Körperankern, die dir helfen können, einen ruhigeren Zustand in kritische Alltagsmomente mitzunehmen. Der Rahmen: 88 Tage, 11 Hypnosen, alle 8 Tage eine neue, jede nur für dich geschrieben und abends im Bett gehört. Der Einstieg ist die kostenlose Kennenlernhypnose: 60 Minuten, geschrieben für genau das Problem, das du benennst, ob Leistungs-Gleichung, innerer Kritiker oder Dauervergleich. Danach kannst du in einer kostenlosen 1:1 Analyse-Session (45 Minuten) mit einem unserer Top-Coaches klären, ob das Programm zu dir passt. Hypnose ist Selbsthilfe und ersetzt keine Therapie.
FAQ zu Selbstzweifel überwinden
Wie kann ich starke Selbstzweifel überwinden?
Starke Selbstzweifel überwindest du, indem du sie als trainiertes Denkmuster behandelst, nicht als Wahrheit über dich. Konkret: Schreib die Zweifel-Sätze auf, prüfe sie gegen Fakten und formuliere einen glaubwürdigen Gegen-Satz. Dann trainierst du diesen Satz täglich, etwa über Selbsthypnose und feste Körperanker, statt nur in Krisenmomenten. Die Forschung zeigt: Selbstwert ist veränderbar und entwickelt sich über das ganze Leben. Es braucht Wiederholung, keine Willenskraft-Ausbrüche.
Kann man Selbstzweifel überwinden, ohne eine Therapie zu machen?
Ja, in vielen Fällen kannst du Selbstzweifel überwinden, ohne eine Therapie zu machen: mit strukturiertem Selbsttraining aus Selbstbeobachtung, neuen inneren Sätzen und täglicher Praxis. Die Grenze ist klar: Wenn die Zweifel mit anhaltend gedrückter Stimmung, Interessenverlust oder Hoffnungslosigkeit über mehr als zwei Wochen einhergehen, gehört das in professionelle Hände. Eine Psychotherapie ist dann kein Scheitern, sondern der wirksamste nächste Schritt.
Kann ich Selbstzweifel überwinden, wenn sie schon seit der Kindheit da sind?
Ja, auch tief verwurzelte Selbstzweifel lassen sich verändern, gerade weil sie gelernt sind. Was ein Gehirn gelernt hat, kann es umlernen. Die Langzeitforschung von Orth und Robins zeigt, dass der Selbstwert bis etwa zum 60. Lebensjahr im Schnitt weiter wächst; er ist stabil, aber nicht unveränderlich. Alte Muster brauchen mehr Wiederholung als junge. Rechne mit Monaten statt Tagen und plane Rückfälle von Anfang an ein.
Woher kommen ständige Selbstzweifel?
Ständige Selbstzweifel entstehen meist aus vier Quellen: Anerkennung, die in der Kindheit an Leistung geknüpft war, kritische Stimmen von Bezugspersonen, die du als innere Stimme übernommen hast, ständige Vergleiche mit anderen sowie einschneidende Erfahrungen wie Trennungen oder berufliche Niederlagen. Aus diesen Erfahrungen formt sich ein Selbstbild, das sich durch selektive Wahrnehmung immer wieder selbst bestätigt, bis du es bewusst unterbrichst.
Was ist der Unterschied zwischen Selbstzweifeln und dem Impostor-Syndrom?
Selbstzweifel sind das breite Muster, das Impostor-Syndrom eine spezifische Form davon: das Gefühl, Erfolge nicht verdient zu haben und bald als Hochstapler aufzufliegen, trotz objektiver Belege. Ein systematisches Review von Bravata und Kollegen (2020) mit über 14.000 Teilnehmenden fand je nach Gruppe Häufigkeiten von 9 bis 82 Prozent. Betroffen sind auffällig oft gerade die Leistungsstarken. Die Arbeitsansätze überschneiden sich: Fakten sammeln, innere Sätze verändern, täglich trainieren.
Quellen
- Sowislo, J. F. & Orth, U. (2013): Does Low Self-Esteem Predict Depression and Anxiety? A Meta-Analysis of Longitudinal Studies. Psychological Bulletin
- Orth, U. & Robins, R. W. (2014): The Development of Self-Esteem. Current Directions in Psychological Science
- Neff, K. D. (2003): The Development and Validation of a Scale to Measure Self-Compassion. Self and Identity
- Zessin, U., Dickhäuser, O. & Garbade, S. (2015): The Relationship Between Self-Compassion and Well-Being: A Meta-Analysis. Applied Psychology: Health and Well-Being
- Bravata, D. M. et al. (2020): Prevalence, Predictors, and Treatment of Impostor Syndrome: A Systematic Review. Journal of General Internal Medicine
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